Auch Günther Jauch gewinnt Prozess wegen der Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts

BGH spricht dem Moderator Günther Jauch eine fiktive Lizenzgebühr in Höhe von 20.000,00 € zu, da sein Bild als sog. Click-bait (dt. „Klickköder“) missbraucht wurde.

Die Zeitschrift TV Movie vermeldete auf ihrer Facebook-Seite zunächst folgende Nachricht:

 „Einer dieser Moderatoren muss sich wegen Krebserkrankung zurückziehen“.

Daneben befanden sich die Fotos von vier Fernsehmoderatoren, darunter auch eines von Günther Jauch. Die Nachricht über die Krebserkrankung betraf allerdings ausschließlich den inzwischen verstorbenen Moderator und Buchautor Roger Willemsen. D. h. sobald der Nutzer auf den Link klickte, um auf den hinterlegten Beitrag zu gelangen, wurde er zu einem Artikel der Zeitschrift weitergeleitet, in dem nur über die Krebserkrankung von Roger Willemsen berichtet wurde. Der Moderator Günther Jauch wurde hingegen in dem Artikel nicht erwähnt.

In dieser Vorgehensweise sah der Bundesgerichtshof einen rechtswidrigen Eingriff in den vermögensrechtlichen Zuweisungsgehalt des Rechts am eigenen Bild. D.h. Medien dürfen Fotos von Prominenten nicht einfach ohne jeden redaktionellen Bezug für reine Werbezwecke oder zum Ködern von Usern (Clickbaiting) nutzen.

Für diesen Eingriff mussten daher Lizenzgebühren erstattet werden.

BGH, Urteil v. 21.1.2021, I ZR 120/19

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