EuGH stärkt erneut die Fluggastrechte wegen Verspätung

Doppelte Verspätung bedeutet auch doppelte Entschädigung.

Der EuGH bejaht die Möglichkeit des doppelten Ausgleichsanspruchs wegen Verspätung nach der Fluggastrechte-VO.

In der zu entscheidenden Konstellation wurde zunächst der ursprüngliche Flug annulliert. Der dann angebotene Ersatzflug verspätete sich im Anschluss. In dieser Konstellation konnten die Fluggäste den Ausgleichsanspruch zweimal geltend machen.

Grund für die Flugausfälle waren technische Störungen.

Hier bestätigt der EuGH seine bisherige Linie, dass es sich bei technischen Defekten regelmäßig nicht um außergewöhnliche Umstände handelt, welche die Fluggesellschaft entlasten könnten.

Dies gilt nunmehr auch für so genannte On-Condition-Teile, d.h. also Bauteile, die benutzt werden, bis sie defekt sind und ausgetauscht werden müssen, ohne dass es bereits auf fest kalkulierbare Anzahl von Flugstunden oder Flugzyklen ankommt. Auch wenn es für die Fluggesellschaft nicht planbar ist, wann diese Bauteile genau auszutauschen sind, unterliegen diese Umstände jedoch der Kontrolle der Fluggesellschaft, da es ihr zumutbar ist, entsprechende Ersatzteile bereit zu halten. Folglich handelt es sich um bloße betriebliche Abläufe der Fluggesellschaft und nicht um von außen herangetretene außergewöhnliche Unwägbarkeiten.

EuGH – Urteil vom 12.03.2020 Az. C-832/18

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