Herzinfarkt nach Streitgespräch kann Arbeitsunfall sein

Auch ein Streitgespräch mit Vorgesetzten kann für die Anerkennung eines Arbeitsunfalls geeignet sein.

Von einem Arbeitsunfall ist immer dann auszugehen, wenn es sich um ein Ereignis handelt, welches aus dem betrieblichen Bezug von außen auf den Körper einwirkt.

 

Insoweit hatte das Landessozialgericht einen Arbeitsunfall verneint, da verbale Differenzen im Rahmen eines Streitgespräches nun einmal im Berufsleben weit verbreitet seien und demnach den Anforderungen der Annahme eines Arbeitsunfalls nicht genügen würden.

 

Das Bundessozialgericht sah dies anders.

 

Für die erforderliche Einwirkung von außen genügt es, dass die betroffene Klägerin, welche nach einem nachweislich kühlen und frostigen Streitgespräch mit einem Vorgesetzten einen Herzinfarkt erlitten hatte, die gesprochenen Worte mit den Hörzellen ihrer Ohren und die Gestik sowie Mimik ihres Gesprächspartners mit den Sehzellen ihrer Augen wahrnahm, sodass sich ihr physiologischer Körperzustand änderte.

 

 

BSG, Urteil v. 6.5.2021, B 2 U 15/19 R

 

Veröffentlichung:

https://www.bsg.bund.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2021/2021_05_06_B_02_U_15_19_R.html

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