Nutzungsausfall für Luxuswagen

Das OLG Celle hatte hier die Frage zu klären, ob ein unfallgeschädigter Ferrari-Fahrer die Kosten für einen Lamborghini als Mietwagen abrechnen darf, oder ob er sich nach den Gesichtspunkten der Schadensminderung in zumutbarer Weise auf die Nutzung von Fahrzeugtypen wie Porsche, BMW, Audi oder Mercedes verweisen lassen muss.

Im Rahmen der Schadensregulierung sind diejenigen Kosten zu ersetzen, die ein verständiger, wirtschaftlich denkender Mensch in der Lage des Geschädigten zum Ausgleich seines Fahrzeugs für erforderlich halten darf.

Zwar sei der Halter eines Pkw im Schadensfall grundsätzlich berechtigt, sich ersatzweise denselben Wagentyp oder einen vergleichbaren Wagentyp zu beschaffen. Daher dürfe der Fahrer eines Sportwagens im Haftpflichtschadenfall grundsätzlich auch einen typengleichen Sportwagen anmieten bzw. die hierfür entstehenden Kosten als Schadensposition in Ansatz bringen.

Dies gelte aber nicht grenzenlos.

Die Rechnung für den Haftpflichtversicherer des Unfallverursachers betrug hier etwa 5.600 Euro, das entspricht einem Tagessatz von mehr als 500 Euro. Die Versicherung zahlte jedoch nur einen Tagessatz in Höhe von 147 €, was der höchsten Gruppen 10 und 11 nach den Fraunhofer- bzw. Schwacke-Listen entsprach.

Dies sah das Oberlandesgericht hier als ausreichend an, da die Gesichtspunkte – Fahrfreude und Prestige – keinen ersatzfähigen materiellen Schaden, sondern lediglich einen ideellen Wert darstellen, der keine Vermögenseinbuße begründet.

OLG Celle, Urteil v. 25.11.2020, 14 U 93/20)

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